Gartentipp der Woche

Chinakohl

„Natur im Garten“ Gartentipp: Spätsommer Aussaat – 
Chinakohl für den Winter


Entstehen im Sommer durch die Ernte Lücken im Gemüse- oder Hochbeet, können diese bereits für den Anbau von Herbst- bzw. Wintergemüse, wie z.B. Chinakohl, genutzt werden. Achten Sie beim Anbau unbedingt auf die Einhaltung der Fruchtfolge. Aufgrund der längeren Kulturdauer von 10 bis 12 Wochen sollte Chinakohl bereits jetzt zwischen Mitte Juli und Anfang August ausgesät werden. Nicht nur frisch vom Beet ist Chinakohl ein Genuss, er kann durch Fermentieren auch haltbar gemacht werden. Durch den schonenden Prozess der milchsauren Vergärung bleiben wertvolle Vitamin- und Mineralstoffe gut erhalten. Wer die Würze der asiatischen Küche liebt, kann die Speisekammer bei reicher Chinakohl-Ernte im Herbst mit selbstgemachtem Kimchi – dem koreanischen Pendant zum österreichischen Sauerkraut – füllen. Ansonsten vertragen die Pflanzen auch Einzelfröste bis ca. minus 6°C und können damit je nach Region und Witterung auch bis in den Winter im Beet bleiben.

„Damit der Chinakohl gesund gedeiht, ist das Einhalten der Fruchtfolge wichtig. Säen oder pflanzen Sie Chinakohl und seine ‚Verwandten‘ wie Kohl, Brokkoli, Karfiol, Sprossenkohl oder Radieschen erst nach vier bis fünf Jahren wieder an dieselbe Stelle. So beugen Sie typischen Krankheiten dieser Pflanzenfamilie wie z.B. der Kohlhernie vor“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.

Chinakohl im Spätsommer anbauen & pflegen

Chinakohl zählt nicht zu den einfachsten Kulturen, einige Ansprüche sind beim Anbau und der Pflege zu berücksichtigen. Als unkompliziertere Alternative, die auch am Balkon angebaut und zu Kimchi verarbeitet werden kann, eignet sich der kleinere Pak Choi. Mit geübter Hand lässt sich aber auch der „große Bruder“ Chinakohl im Garten kultivieren.
 
1.    Vorbereitung: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Lockern Sie den Boden gründlich und arbeiten Sie reifen Kompost oder gut verrotteten Mist ein.
2.    Aussaat: Damit sich ein gutes Wurzelsystem entwickelt, wird eine Aussaattiefe von 1,5 bis 3 cm empfohlen. Säen Sie die Samen im Abstand von 40 cm in Reihen mit einem Abstand von etwa 50 cm zwischen den Reihen. Gießen Sie die Aussaat behutsam gut an.
3.    Bewässerung: Achten Sie auf eine regelmäßige und gute Wasserversorgung ohne Bildung von Staunässe, besonders während trockener Perioden.
4. Düngung: Versorgen Sie die Pflanzen ab beginnender Kopfbildung noch ein- bis zweimal mit einem stickstoffreichen, organischen Dünger. Besonders gut tut hungrigem Gemüse wie dem Chinakohl, aber auch Kürbis oder Tomaten z.B. Brennnesseljauche: www.naturimgarte.at/infoblätter – Infoblatt „Brühen, Jauchen und Tees selbst gemacht“.
5.    Pflege: Halten Sie den Boden locker, entfernen Sie Beikräuter regelmäßig und mulchen Sie freie Stellen im Gemüsebeet locker z.B. mit Rasenschnitt, Hanf- oder Flachsschäben, um Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Aufkommen von Beikräutern hintanzuhalten.      
6.    Pflanzengesundheit: Chinakohl und Pak Choi sind bei Erdflöhen beliebt, die Abdeckung mittels Kulturschutznetz ab dem Anbau sollte deshalb in Betracht gezogen werden. Auch Kohlfliegen, Blattläuse, Kohlweißling, Schneckenfraß und Kohlhernie können bei diesen Kulturen ein Thema sein. Tipps und ökologische Maßnahmen rund um die am häufigsten im Garten auftretenden Schädlinge und Krankheiten an Pflanzen finden Sie unter: www.gartentelefon24.at    

Das zum Thema ergänzende Video „Kimchi aus Wintergemüse“ und viele weitere Gartentipps finden Sie unter www.naturimgarten.at/Videotipps.

Im Infoblatt „Ernten, Lagern und Konservieren“ unter der Kategorie „Essbares aus dem Garten“ finden Sie zahlreiche weitere Methoden, um Ihre Speisekammer mit köstlichen Schätzen aus dem Garten zu füllen. Selbstgemachtes bietet sich übrigens auch als nachhaltiges, liebevolles Weihnachtsgeschenk für Gartenfans hervorragend an: www.naturimgarten.at/infoblätter 

23.07.2024